Der August ist „mein Monat“, und auch, wenn ich es als Kind blöd fand, in dem Monat Geburtstag zu haben, in dem meistens Ferien waren und ich deshalb meine Freunde nie sehen konnte an meinem Tag, liebe ich meinen Geburtstag mittlerweile. Ich feiere gerne, nehme mir den Tag in der Regel frei, gehe ins Spa, mache was schönes – alleine, mit Mann, mit Freund:innen und auch mit den Kindern. Meist nehme ich mir im Vorfeld schon die Zeit, das vergangene Jahr zu reflektieren und überlege mir, was ich mir für das neue Jahr vom Universum wünsche.
2024: meine Vorsätze für das 36. Lebensjahr – und (wie) habe ich sie umgesetzt?
In diesem Instagram-Post habe ich letztes Jahr im August meine „Vorsätze“ und Ziele formuliert, es gibt noch ein paar private, die ich nicht geteilt habe. Ich habe ehrlich gesagt im Laufe des Jahres nicht nochmal auf die Liste geschaut, die Kerngedanken hatte ich ohnehin im Kopf. Und trotzdem ist es jetzt, ein Jahr später, schön, dass ich mich an einige Punkte nicht erinnern konnte, sie aber trotzdem wieder so aufschreiben würde für das neue Jahr. Bin mir selbst also in vielem treu geblieben.






Das Thema zweites Buch bin ich, sagen wir mal, mäßig aktiv angegangen. Ich habe immerhin einen Verlag kontaktiert, habe aber noch keine Rückmeldung. Ich würde gerne ein Buch über / mit Schweden-Bezug schreiben, eins, das den Lifestyle, die Feiertage, die Küche und das Familienleben hier thematisiert, gepaart mit meinen Aufnahmen der Natur, der Restaurants, aus Stockholm. Ich denke, um hier wirklich weiter zu kommen, brauche ich ein klares Exposé, eine Leseprobe, eine Kapitelübersicht – und muss es dann rausschicken an zig Verlage. Vielleicht ein Projekt für das neue Lebensjahr. Es hat aktuell nicht die allerhöchste Prio, da sind andere Dinge wichtiger für mich gerade.
War nicht auf meiner Bingo-Karte: Streptokokken, Krankenhaus und monatelange Heilung
Was unerwartet kam im letzten Lebensjahr und wodurch ich meinen Fokus mehrere Monate verloren habe, war die Streptokokken-Geschichte, Krankenhaus, die Heilung danach. Selbst jetzt, fünf Monate später denke ich noch jeden Tag daran. Meine Narbe, die leider noch Probleme verursacht, erinnert mich täglich an die Geschichte. Interessant in dem Zusammenhang war auch ein kleiner psychischer „Kurzschluss“, der sich nach der Woche im Krankenhaus und zwei Wochen Schwiegereltern im Haus bei mir ergeben hat. Im Nachhinein nicht mehr nachzuvollziehen, hatte ich irgendwie so eine Art psychische „Überreaktion“, ich kann es jetzt nicht mehr erklären, aber all Therapeut:innen fanden es total logisch und normal. Ich war der Meinung, dass ich so nicht weiterleben kann wie bisher, einen kompletten Cut brauche, neu anfangen muss. Das hat sich dann recht schnell und mit Therapeutenhilfe wieder gelegt, rückblickend nicht mehr der Rede wert, auch wenn’s mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat für eine Weile.
Fast forward einige Monate habe ich mich viel mit Heilung beschäftigt. Ich habe in der Tat, wie ich es letztes Jahr formuliert habe, dem Thema Human Design Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht viel, aber ein bisschen. Ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken. Seit nunmehr sechs Monaten habe ich kein Glas mehr angerührt, habe auch vorher nie mehr als zwei, drei Gläser pro Woche getrunken, aber im Zusammenhang mit der Heilung wollte ich sehen, wie „weit ich komme“, wenn ich es mal ganz lasse. Ich habe Sekt und Weißwein an einem schönen Sommerabend vermisst, muss aber sagen, dass es so tolle alkoholfreie Alternativen gibt, dass ich mir regelmäßig ein schönes Glas mit irgendwas anderem leckeren trinke – das Gefühl ist dasselbe, und so fehlt mir wirklich nichts. Miene liebsten alkoholfreien Alternativen stelle ich euch im August mal bei Instagram vor.
August 2025: Wie soll nun das neue Lebensjahr aussehen?
Das Wort Heldinnenreise aus dieser Podcastfolge habe ich mir beim Hören direkt aufgeschrieben, um es nicht zu vergessen. Es passt gut zu dem, was ich mir von meinem neuen Lebensjahr beim Universum bestellen möchte. Das klingt eigentlich zu passiv, ich bin der festen Überzeugung, dass das Universum Fleiß, Ausdauer und einen starken Willen belohnt.
Ich möchte gerne mich selbst mehr ins Zentrum stellen in meinem neuen Lebensjahr. Klingt erstmal egoistisch, was ich meine, ist das: Zu Hause bin ich „default parent“, daher also oft fremdbestimmt. Ich richte mich meist nach meinem Mann, seine Arbeit steht in unserer Familie oft an Nummer 1 der Wichtigkeit, und das sorgt gelegentlich für Frust bei mir. Nun haben wir aufgrund seiner Arbeit Privilegien, die wir andernfalls nicht hätten, aber ich merke gerade sehr, dass die Zeit gekommen ist, in der ich gut und gerne mich, meine Arbeit und meine Bedürfnisse wieder mehr in den Vordergrund rücken kann und möchte. Die Kinder sind größer, und ich bin beruflich jetzt über sechs Jahre lang kürzer getreten, was immer ok war und ich auch als wichtig und richtig empfand (und was wir beide, mein Mann und ich, so abgesprochen haben und auch durch Kompensationszahlungen, damit ich weiter wie gewünscht in meine Rente einzahlen kann, vertraglich geregelt haben). Aber jetzt möchte ich nach vorne gehen, und zwar in schnellen und starken Schritten.
Dazu kommt, dass ich vielleicht nur noch ein Jahr in Stockholm vor mir habe, sodass ich diese Zeit jetzt einfach so richtig genießen und nutzen will. Ich bin eine Couch Potato abends, und das soll sich ändern. Freunde sehen, die Stadt erleben.
Meine Heldinnenreise
Meine Heldinnenreise sieht Rooftop-Nächte, ein Freundinnen-Wochenende im Sommerhaus einer Freundin, Yoga-Retreat-Wochenenden und eine große Entwicklung in meiner Karriere vor. Ich möchte finanziell noch unabhängiger werden und Geld neu investieren. Meine eigene Altersvorsorge war mir schon immer wichtig, aber nachdem mein letztes Lebensjahr finanziell nicht sehr rosig aussah, will ich jetzt aufholen und Geld neu und schlau anlegen.
Weiterhin möchte ich mich für die Geschehnisse in der Welt interessieren, es fällt mir aktuell schwer, Nachrichten-Apps zu öffnen, weil die Wut und Hilflosigkeit in mir Übelkeit auslösen. Aber wegschauen ist keine Lösung, und ich will mich weiterhin bilden und diskutieren und Standpunkte teilen, mich noch mehr für Frauenrechte und für Kinderrechte einsetzen und auch dem Thema Nachhaltigkeit mehr Raum geben.
Neben den Sportarten Schwimmen und Krafttraining, die ich beide gemäß meiner „Vorsätze“ des letzten Jahres wöchentlich verfolgt habe, spüre ich, wie wichtig es für mich wäre, wieder in eine Yogakurs-Routine zu kommen. Die habe ich seit Jahren nicht, mache Yoga nur zu Hause. Aber Yoga ist lebensverändernd. Meine Heldinnenreise sieht vor, den Montagmorgen-Kurs um 7.30 Uhr einfach wahrzunehmen und zu Hause alle sich selbst zu überlassen. Und davon abgesehen: Warum nicht mal was verrücktes machen, Tanzen zum Beispiel würde mich reizen. Einfach machen, weil warum nicht!?
Weiterhin will ich die Paarzeit mit meinem Partner genießen, uns beiden tut diese Zeit immer gut, wir lachen, reden, machen schöne Sachen zusammen. Auch ein Weg für mich, jede Woche mal rauszukommen, und ich liebe die Zeit.
Zu guter Letzt habe ich noch Mutterthemen, die ich in mein neues Lebensjahr mitnehme. Seit Monaten mache ich nun ja bereits Therapie, sie lief im Sommer schleppend, aber ab August will ich wieder in die Arbeit kommen. Eine Podcastfolge, die ich jüngst gehört habe und hilfreich fand zum Thema „elterliche Wut“, ist diese hier aus dem Podcast Elternrat mit Katja Saalfrank. Ihr Buch „Reise zur glücklichen Eltern-Kind-Beziehung“ ist ein Geburtstagswunsch meinerseits und soll mich auf meinem Weg als Mutter begleiten.
Ich denke, damit habe ich das wichtigste angerissen. Klingt irgendwie fast ehrgeizig, weil es viele wichtige Punkte sind und viel Zeit einnehmen wird. Aber ich hab ja ein ganzes Jahr Zeit. Wie ihr merkt, ist es wenig, was man beim Universum bestellen kann. Vieles ist Arbeit, Selbstarbeit, Karrierearbeit, Arbeit an meiner Rolle als Partnerin, als Mutter. Aber der Spaß soll nicht zu kurz kommen.
Kurz und knapp: Ich will meine eigene Heldin werden bzw. sein im neuen Lebensjahr.
Macht ihr euch Gedanken für ein neues Lebensjahr? Schließt mit einem vergangenen in welcher Art auch immer ab? Ich freue mich, von euch in den Kommentaren zu lesen.
Liebst,
Lea Lou

Foto: Josie Farquharson
